Untergewicht in der Öffentlichkeit kaum thematisiert

Es gibt selten Ernährungspläne, die darauf ausgerichtet sind zu helfen, damit das Zunehmen leicht gemacht wird. Meistens zielen derartige Ratgeber auf das Gegenteil ab – wie man möglichst schnell paar Pfunde verlieren kann. Dies mag einerseits berechtigt sein, da mehr als die Hälfte der Deutschen ein Übergewicht hat. Andererseits wird dadurch das Problem einer Minderheit von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen und zwar die der Untergewichtigen.
Denn auch solche Menschen gibt es und damit sind keineswegs die gemeint, die quasi freiwillig hungern, weil für sie selbst ein Normalgewicht schon ein regelrecht Dicksein bedeutet. Nein, es geht um Menschen, die schon als Kind oder in der Pubertät deutlich dünner waren als ihre Altersgenossen und die selbst noch im Erwachsenenalter weiterhin untergewichtig sind. Man hört von ihnen oft: ich will zunehmen, schaffe es aber nicht. Die Gewichtszunahme wird für sie genauso problematisch wie für Viele, die sich verzweifelt abzunehmen wünschen. Die Problematik bleibt jedoch noch zum großen Teil unerkannt bzw. Untergewichtigen wird nicht selten gar nicht geglaubt, dass sie wirklich zunehmen wollen. Es wird häufig von vornherein auf eine vermeintliche Essstörung geschoben, womit man diesen Menschen zweifellos Unrecht tut.


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Clarissa Lewis
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